In der Diskussion über KI wird häufig zwischen generativer und assistiver KI nicht unterschieden. Die Vermischung führt zu Irritationen und vergiftet die eigentliche Debatte. Wo der Unterschied liegt, klären wir hier.
Generative KI vs. assistive KI?
Wenn wir über KI reden, muss klar differenziert werden, von welcher Art von Künstlicher Intelligenz gesprochen wird. Während generative KI „neue“ Inhalte auf Basis der Daten erstellt, mit denen sie trainiert wurde, liegt das Urheberrecht rechtlich tatsächlich nur beim Schöpfer eines Werks. Deshalb ist alles, was auch nur teilweise KI-Input enthält, nicht urheberrechtlich geschützt.
Assistierende KI bedeutet, dass hauptsächlich eigene Arbeit eingegeben wurde und Vorschläge für leichte Optimierungen gegeben wird. Darunter fällt zum Beispiel Verbesserung in den Bereichen Rechtschreibung und Grammatik, die diverse Programme zur Verfügung stellen. Hierbei haben die Schreibenden immer noch die Wahl, ob sie das Angebot annehmen wollen oder nicht und lernen womöglich für die Zukunft.
Assistenz in Bezug auf Menschen?
Assistive Technologien bieten Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, Einschränkungen beim Sehen, Hören, Lernen, Sprechen oder bei der Motorik auszugleichen. Dies geschieht durch geschriebene oder visuelle Informationen, die gesprochen oder vergrößert angezeigt werden, automatisch erzeugte Transkriptionen und Geräte, die nicht nur über Touch, Tastatur oder Maus, sondern auch mit dem Kopf, auf Tastendruck oder auf individuell angepasste Touchbefehle ein Abrufen von Informationen ermöglichen. Außerdem gibt es Apps, die relevante Informationen zugänglich machen, indem sie Untertitel oder Audiodiskreption anbieten. Sie helfen einfach aus.
Was gibt es da zum Beispiel?
Es gibt eine Reihe von Apps, die automatische Untertitel erzeugen oder ganze Transkripte erstellen. Welche angeboten werden, hängt zum Teil vom Betriebssystem des jeweiligen Geräts ab. Für iOS gibt es etwa die kostenfreie App „Aiko“ für das iPad. Hier werden mit der KI Whisper Untertitel und Transkripte in sehr guter Qualität erzeugt. Diese können heruntergeladen und für Videos und Audios verwendet werden. Die App „Be-My-Eyes“ gleicht Bilddatenbanken ab und teilt via Bildbeschreibung mit, was auf dem aufgenommenen Foto abgebildet wird. Hierfür ist natürlich eine Internetverbindung notwendig. Neben KI-gestützten Text-to-Speech-Apps gibt es natürlich auch Speech-to-Text.
Ist Thesaurus nicht auch irgendwie KI?
Überhaupt nicht. Es handelt sich letztendlich um nichts anderes als ein Wörterbuch, in dem man Synonyme nachschlagen kann.
Und was ist mit Rechtschreib- und Grammatikprüfung?
Hierbei handelt es sich in der Regel um Software-Tools, die auf Basis von Wörterbüchern agieren und die Schreibweisen mit einer bereits hinterlegten Datenbank abgleichen.
Sind Algorithmen denn dann KI?
Tatsächlich nicht. Bei einem Algorithmus handelt es sich um vordefinierte Anleitungen für Computer, die von Menschen programmiert werden. Dabei wird festgelegt, in welcher Reihenfolge der Computer etwas machen soll. Außerdem wird festgelegt, welche Daten nach welchen Regeln ausgewertet werden sollen. Das schließt das Kombinieren von Daten miteinander nach jenen Regeln ein. Dabei entstehen neue Daten, die für bestimmte Menschen interessant sind. Die kann man auch Informationen nennen. Am häufigsten begegnen sie Menschen online (z. B. auf Social Media), aber man kann sie ebenso als statistisches Hilfsmittel nutzen oder dafür, dass ein Computer auf dem Fließband kaputte Bauteile aussortiert.
Quellen:
Assistive Technologien
Be my AI-App
Generative und assistive KI in der Buchbranche (EN)
Thesaurus
Was sind Rechtschreibprogramme?
Kurz und knapp: Algorithmus

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