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Leitfaden – generiertes Bild / Coverdesign untergejubelt?

Für Verlage, Selfpublisher*innen und Verlagsautor*innen:

Immer häufiger, und die Frequenz ist jetzt schon erschreckend hoch, passiert es: Die Charakterkarte oder das Cover wurden bei einer vermeintlich kunstschaffenden Person in Auftrag gegeben. Spätestens beim Reveal stellt sich heraus, dass das Bild vermutlich KI-generiert wurde. Personen äußern in den Kommentaren ihren Verdacht, schreiben dich an und zählen die Fehlerchen und Merkmale auf, die kein Mensch so machen würde. Du gerätst in Panik, denkst, da will jemand deinen Reveal brennen sehen und einen Shitstorm vom Damm brechen. Im schlimmsten Fall wirst du aggressiv, weil du dir nicht vorstellen kannst, dass das Bild KI-generiert wurde, z. B. weil du Zwischenschritte oder einen Zeitraffer bekommen hast.

Die gute Nachricht: Niemand will dir aufgrund eines KI-Bilds etwas Böses.

Die schlechte Nachricht: Zwischenschritte, Zeitraffer und anderes, wie ein Foto von Ebenen, beweisen nichts. GenKI kann bereits durch eine einfache Skizze eine Illustration generieren und auch innerhalb eines Bildes explizite Dinge ändern, die dann wie Zwischenschritte und geäußerte Wünsche wirken. Zudem können KI-Zeitraffer täuschend echt aussehen, sodass nur noch professionelle Künstler*innen in der Lage sind, sie zu identifizieren, weil sie die Schritte kennen und wie sie im Rahmen des Prozesses nachvollziehbar sind. 

Zunächst solltest du nicht in Panik verfallen. Niemand möchte dir etwas wegnehmen oder kaputtmachen. Trotzdem ist ein Verdacht ernst zu nehmen, da die Rechtslage um KI-Bilder sehr unsicher ist und auf Urheberrechtsverletzungen beruht. In unserem Fall besonders, weil es sich um eine abgesprochene Dienstleistung handelt, von der man dachte, sie wäre von einem Menschen gezeichnet worden. Das nennt man unlauterer Wettbewerb, was strafbar ist.

Was kannst du tun, um dir 100 % sicher zu sein?

– Nach anderen (professionelleren) Meinungen fragen, z.B. Künstler*innen, die sich mit KI beschäftigen und gegen sie aussprechen.

– Hintergrundcheck der Person (meist reicht ein Blick auf ihr Profil): Wie ist diese einzuschätzen? Spricht sie sich für oder gegen genKI aus?

– Selbst nach Merkmalen suchen, wenn die Gefühle abgeflaut sind.

– Die Person, bei der man die Dienstleistung beziehen wollte, fragen. Vorsicht vor Ausreden – hör auf dein Bauchgefühl! Menschen können lügen.

Was, wenn es wirklich KI-generiert ist? 

Wir raten immer zur Transparenz! Poste darüber und schildere deine Lage. Deine Leser*innen werden dir nicht den Kopf abreißen, sondern dankbar sein und dich unterstützen wollen. Natürlich kommt es vor, dass Coverdesigner*innen auf KI-Bilder hereingefallen sind und sie unwissentlich genutzt haben. Hier müssen individuelle Lösungen her. 

Falls man an kein neues Coverdesign oder Bild kommen kann, schreibe es unbedingt ins Impressum und markiere deine zukünftigen Posts als KI. Sichtbarkeit fördert die Erkennbarkeit von genKI und unterstützt somit auch die Aufklärung darüber.

Als Autor*in im Verlag hat man meistens keinen Einfluss auf interne Entscheidungen, dennoch besitzt deine Stimme einen Wert. Rede mit den Verlagsleuten. Vielleicht wird das nächste Cover kein generiertes mehr sein.

Was kann ich machen, damit es gar nicht erst dazu kommt?

– Verlange unbedingt eine No-KI-Klausel in deinen Verträgen.

– Sprich offen mit deinem Verlag / Artist darüber.

– Lass dir die originalen Bilddateien der Stockfoto-Seiten zeigen und schau selbst nach. Nutze ggf. Detektoren und eine Reverse-Suche. Manchmal hat eine andere Seite die Bilder als KI deklariert.

– Schau dir genau die anderen Werke von kunstschaffenden Personen an. Bei KI muss man meistens über den ersten Blick hinaus sehen.

– Schul deine Augen.

Generative KI bleibt, das ist uns allen klar. Doch es ist entscheidend, wie wir mit ihr umgehen. Transparenz ist einer der wichtigsten Schlüssel dafür.

Man kann mir (Juna Elwood) immer eine Nachricht auf Instagram hinterlassen und nach meiner Expertise in Bezug auf Bilder und Coverdesign fragen. 


Quellen:

Lexikon-Eintrag: Unlauterer Wettbewerb
Beispiele KI-generierter Bilder von Midjourney

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